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Puttaparti, äh Puttaparthie - samuelontour.com

Nach einem Tag im Ashram will ich am nächsten Morgen weiterfahren. Als ich gerade auschecke, komme ich mit dem älteren Herren und einem weiteren Mann ins Gespräch. Beide erzählen mir total begeistert von Sai Babas Hauptashram und das ich ihn unbedingt besuchen müsste. Er sei 120 Kilometer entfernt, da aber ein Highway dorthin führe, könnte ich es heute noch schaffen.

Da sie mich neugierig gemacht haben, lasse ich mir das Ganze auf meiner Karte markieren und starte um 11:00 Richtung Puttaparthie. Entspannt geht es so auf dem Highway Richtung Norden und da nicht viel und langsamer Verkehr ist, kann ich ein bisschen Audiobücher hören.

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Ich fühle mich gut und stark und gegen vier Uhr und 110 Kilometern erreiche ich bereits Puttaparthie. Jedoch ist hier kaum was los und von einem Ashram ist auch keine Sicht. Ich frage ein bisschen herum und schnell klärt sich, ich bin in Puttaparti, nicht Puttaparthie. Puttaparthie ist weitere 40 Kilometer Luftlinie entfernt.

Versuchen oder nicht versuchen, das ist jetzt die Frage. Die Idee es zu versuchen klingt so blöd, dass ich nicht anders kann. Ich versuche. Es geht 10 Kilometer auf dem Highway weiter, dann sehe ich das erste Schild: Puttaparthie 43 km. Was? Noch 43 Kilometer!?! Verdammt! Das war wirklich eine blöde Idee!

Vom Highway geht esauf die Landstraße. Ich mühe mich voran. Meine Beine werden müder und müder und die Abendsonne sitzt mir im Nacken. Noch…

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Als sich die Dämmerung dann über dem Land ausbreitet, entschließe ich mich den nächsten Bus zu nehmen. Der Busfahrer schaut mich aber nur blöd an, als er mein voll bepacktes Reiserad sieht. Okay, neuer Plan. Ich entdecke einen Kleinbus mit zwei zwielichtigen Gestalten, die irgendetwas rauchen. Zu Fremden nicht ins Auto steigen? Das ist jetzt egal…ich will nach Puttaparthi. Ich heuere mir die Beiden für ein paar Rupies an und frage mich wieder ob das eine blöde Idee war. Auf die Frage, wie teuer mein Rad war, gehe ich zu mindestens mal nicht näher ein.

Letztendlich erreiche ich den Ashram gut und sicher. Und es hat sich gelohnt. Der Ashram ist groß und bietet in einer Kantine westliches Essen. Endlich mal wieder Nudeln. Ich liebe zwar Reis, den gibt es aber bereits seit Wochen.

Für einen halben Euro bleibe ich zwei Nächte. Dann geht es weiter. Mein nächstes Ziel heißt Anantapur. Der Tag verläuft ohne besondere Vorkommnisse, nur das Übliche. Generell ist das fahren in Indien ganz angenehm. Ich habe es mir, gerade wegen dem Verkehr, schlimmer vorgestellt. Der ist aber auf dem Land nicht wirklich dramatisch. Das einzige, was wirklich dramatisch ist, ist das Gehupe. Es gibt ein Gesetzt, dass man beim Überholen immer Hupen muss. Macht das dann der Bus oder LKW auf Ohrhöhe, na gute Nacht. Das tut wirklich weh. Und es passiert ständig, die Buse rauschen oft mit durchgedrückter Hupe durch die Dörfer.

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In ganz Indien war wohl kein Inder mit Helm unterwegs (Rechts sind Westler):

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Die Hütten der Armen:

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Inder setzen überall einen drauf:

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Am Abend in Anantapurnehme ich mir ein Hotel. Für etwa sechs Euro bekomme ich ein Zimmer für mich alleine. Spottbillig im Vergleich zu Europa. Dem Dagobert Duck in mir kommt es aber trotzdem etwas teuer vor, da ich die letzten Tage nur um die ein bis maximal zwei Euro ausgegeben habe.

Am nächsten Morgen starte ich früh. Wieder geht es etwa 100 Kilometer weiter. Zu Mittag esse ich in einem kleinen Lokal Puri. Das ist ein kleiner, frittierter Fladen. Die Inder lieben ihr Öl, so kommt es mir vor. Puri, Dorsa, Chiapatti, alles in Fett gebraten. Mir fehlt irgendwie der Reis, den sehe ich kaum.

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Gerade gedacht, da stolpere ich in der nächsten Stadt über ein vegetarisches Hotel, das Reis serviert. Verdammt! Wie so habe ich gerade zu Mittag gegessen! Ich kann mich aber nicht zurückhalten und lasse mir etwas einpacken.

Da es bereits Abend ist, steuere ich eine Kirche an und schaue, ob ich den Pfarrer erwische. Vielleicht kann ich da ja übernachten. Bis auf eine Gruppe nerviger kleiner Kinder, ziehe ich aber nichts an und so suche ich schnell das Weite.

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In ein Hotel will ich heute nicht nochmal. Ich versuche mein Glück auf dem Land und das Glück lässt mich heute dort nicht im Stich. Ich werde von zwei Studenten eingeladen. Sie sprechen gut Englisch und führen mich zu sich nach Hause. Das Dorf in dem sie leben ist wunderbar friedlich. Nur der Hund bellt mich an, als ich ankomme. Ich denke mir nur, du wirst schon noch sehen, wir sind bald beste Freunde. Eine halbe Stunde später ist er nicht mehr von mir zu trennen.

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Die Beiden richten mir erstmal warmes Wasser her und ich kann mich in einem sehr einfachen Bad waschen. Trotz fehlender Dusche empfinde ich das Ganze aber mittlerweile als luxeriös.

Zu Abendessen gibt es ein wunderbar leckeres Reisgericht. Die Mutter meines Gastgebers kocht vorzüglich. Ich fühle mich richtig wohl bei der Familie.

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Am Abend wird dann ein Feldbett für mich aufgestellt. Zufrieden mit der Welt schlafe ich schnell ein.

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1 Kommentar

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  • SUPER! Weiter so………..weiter voran mit der never ending story des Erlebens, Entdeckens………………und REFLEKTIERENS! Liebe Winter-Grüße..:
    von PETER

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