Nach einer Nacht im Wald geht es am nächsten Morgen weiter. Ich fühle mich, als hätte ich in einer Bienenwabe genächtigt. Da mein Zelt keine Mücken herein lässt, versammelte sich eine riesige Schar summender Blutsauger um mein Zelt. Bei so vielen Mücken klang es, als säße man in einem Bienenstock. Ansonsten war die Nacht recht angenehm, auch von dem Auto, das am Abend vorbeifuhr habe ich nichts mehr gehört.

Im nächsten Dorf wechsle ich dann noch meine verbleibenden Forint in Dinar. Als ich dort auf einer Bank frühstücke gewinne ich einen neuen Freund.

Hundi

Kurz darauf stolpere ich über ein ganz außergewöhnliches Gefährt. Der Fahrer hat es jedenfalls recht luftig. Erst denke ich, dass es Marke Eigenbau ist, aber ich werde später noch zwei weitere dieser Art finden.

Luftiges Gefährt

Während ich von Dorf zu Dorf fahre, fällt mir auf, dass die EuroVelo 6 (Radroute vom Atlantik bis zum schwarzen Meer) in Serbien deutlich besser befahrbar ist. Fand ich in Ungarn oft noch Straßen gespickt von Schlaglöchern oder Schlaglöcher gespickt von Straße vor, sind die Straßen hier wirklich toll. Das Ganze ist natürlich Kritik auf hohem Niveau. Bald werde ich wohl noch auf ganz anderen Wegen unterwegs sein.

So sah die Straße oft in Ungarn aus:

Riesige Schlaglöcher Ungarn Sandpiste Ungarn
Straße voll Schlaglöcher oder lieber Sandpiste?

Und so in Serbien:

Straße in Serbien  Straße in Serbien 2
Wobei: auch in Serbien werden die Straßen später schlechter.

Einzig der Müll am Straßenrand bleibt weiterhin ein bekannter Begleiter.

Müll am Straßenrand Serbien

Zu Mittag mache ich Rast am Rande eines Dorfes, ca. 60 Kilometer flussabwärts. Während ich Müsli esse kommt auf einmal ein kleiner, einheimischer Junge her. Er sagt kein Wort, setzt sich aber zu mir und verfolgt jede Handbewegung. Ich muss auf ihn ganz einen ganz schönen Eindruck machen.

Nach meiner Mittagspause ist mir ganz komisch und schwindelig. Ich setzte mich erst nochmal hin und überlege, woher das kommen könnte. Etwas Falsches gegessen? Zuviel Sonne abbekommen? Die Lösung kommt mir erst am Abend, nachdem ich mich entschieden habe die letzten 30 Kilometer bis Novi Sad durchzuziehen. Auf einmal ist von der Schwäche nämlich nichts mehr da, im Gegenteil. Ich fahre das letzte Stück erst mit 28 km/h, zum Schluss mit 30 km/h. Mich muss um die Mittagszeit eine Spinne wie im ersten Spiderman-Film gebissen haben.

In Novi Sad bleibe ich einen Tag lang und fahre danach weiter bis Belgrad. In Belgrad habe ich mich in ein Hostelzimmer eingemietet. Ich schaue mir die Stadt an und mache eine kostenlose Führung durch die Stadt mit, die recht interessant ist. Unter den Führungsteilnehmern ist sogar eine Deutsche, mit der ich mich recht interessant unterhalte.

Festung Belgrad

 

Datum: 11. August 2015 - 15. August 2015

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