11 Tipps für Radtouren im Iran

Ich habe einen Monat meiner Radreise im Iran verbracht und das Land von Nord nach Süd durchquert. Der Iran ist ein ganz wunderbares Land zum Radreisen, ich hatte eine mit die schönsten Tagen meiner Tour dort. Das liegt vor allem an den unglaublich gastfreundlichen Menschen, aber auch an der schönen Landschaft. Hier sind meine Tipps und was ich gelernt habe, für all die, die auch planen, das Land mit dem Rad zu bereisen.

  1. Das Visum. Das Visum zu beantragen ist ein etwas längerer und komplizierterer Prozess. Allein die Referenznummer dauert zehn Tage. Wenn ihr es nicht davor beantragt habt, ist Trabzon ein hervorragender Ort um an das Visum zu gelangen. Ich habe darüber eigens einen Artikel geschrieben, welchen ihr hier findet.
  2. Geld. Iran ist nicht an das internationale Geldsystem angeschlossen, d.h. jegliche Bank- und Kreditkarten werden dort nicht funkionieren. Nehmt deswegen unbedingt genügend Bargeld in das Land mit. Ihr könnt Bargeld in den größeren Städten umtauschen. Sucht oder fragt dort einfach nach „Money Exchange“. Aber Achtung, Leute, die Geld auf der Straße umtauschen, hauen euch eher über das Ohr. Seriösen Stellen befinden sich in den Gebäuden. Und keine Angst, der Iran ist ein sehr, sehr sicheres Reiseland. Das euch etwas geklaut wird ist hier eher unwahrscheinlich.
  3. Rial und Toma. Kennt den Unterschied zwischen Rial und Toma. Es ist beides die gleiche Währung und das gleiche Geld. Bloß sind 1.000 Rial gleich 100 Toma, so wie 1.000 Cent gleich 10 Euro sind. Die Iraner nennen den Preis gerne in Toma. Wenn ihr euch nicht sicher seid, fragt immer ob Rial oder Toma gemeint sind. Und manchmal kommen die Iraner selbst beim zusammenrechnen mit Rial und Toma durcheinander.
  4. Zelten. Im Iran müsst ihr nicht viel Geld für Übernachtungen ausgeben, wenn ihr Hotels und Unterkünfte meidet. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Eine davon ist Zelten. Da es in vielen Regionen sehr karg ist, versteckt ihr euer Zelt am Besten in der Dunkelheit. Wartet, bis die Sonne untergeht und entfernt euch dann ein Stück von der Straße. Oft hilft es  auch Leute zu fragen, ob ihr in ihren Gärten oder Feldern schlafen dürft. Meistens sagen sie ja oder helfen euch weiter.
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  5. Eingeladen werden. Die Iraner sind mit das gastfreundlichste Land der Welt. Ihr werdet wahrscheinlich nicht nur einmal von Iranern zum Übernachten eingeladen. Meistens versorgen sie euch sogar mit Abendessen und Frühstück. Nehmt das Angebot dankend an und provoziert das Ganze unter Umständen auch manchmal. Es geht dabei nicht darum, Essen und ein warmes Bett abzusahnen, sondern Land und Leute auf eine ganz frische und unmittelbare Weise kennen zu lernen. Ihr könnt ihnene im Gegenzug ein kleines Geschenk mitbringen oder Photos eurer Reise oder Familie zeigen.
  6. Übernachten in Moscheen und beim Roten Halbmond. Eine weitere Möglichkeit für einen sicheren Schlafplatz sind Moscheen. Oft haben sie extra Zimmer, in denen sie euch unterbringen können. Und diese sind entweder sehr billig oder komplett kostenlos. Einfach fragen.
    Ihr könnt auch beim Roten Halbmond fragen. Das ist das Pendant zu unserem Roten Kreuz. Ich wurde dort meistens sehr gastfreundlich empfangen und konnte in einem ihrer Zimmer schlafen. Ihre Stationen ist oft neben der Straße zu finden und erkennbar an einem roten Halbmond. Augen offen halten!
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  7. Kleidung. Für Männer als auch Frauen gilt im Iran eine Kleiderordnung. Frauen müssen ein Kopftuch tragen. Zudem sind lange Hosen und ein Oberteil, das den Po überdeckt, Pflicht. Männer sollten normalerweise lange Hosen tragen, wobei beim Radfahren kurze Hosen in Ordnung sind. Ich bin immer mit kurzen Hosen gefahren und habe, wenn ich abgestiegen bin, mir eine lange Hose über gezogen.
  8. Polizei. Gerade in Gegenden mit wenig Tourismus werdet ihr öfters von der Polizei kontrolliert. Bleibt ruhig und seid freundlich, die Polizisten machen nur ihren Job und wollen euch nichts Böses. Beantwortet ihre Fragen, der Zweck (purpose) eurer Tour ist immer Tourismus (tourism). Mir hat ein Polizist sogar einmal Kekse geschenkt. Manchmal sind sie zudem auch in zivil unterwegs.
  9. Photos. Passt auf wovon ihr Photos macht. Photos von Militäranlagen und militärischem Gerät, Kraftwerken und Regierungsgebäuden sind tabu. Wenn ihr da bei erwischt werdet, gibt es Ärger. Und manchmal kontrolliert die Polizei auch euren Photoapparat.
  10. Jahreszeit. Wenn ihr flexibel mit der Jahreszeit seid, so ist der Herbst eure beste Wahl. Im Sommer kann der Iran sehr heiß und gerade als Frauen, mit Kopftuch und langer Hose, ist das unangenehm. Im Winter hingegen schneit es in nördlicheren Regionen und euch frieren die Finger ab.
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  11. Städte. Wenn ihr historische Bauwerke und kulturelle Stätten besuchen wollt, solltet ihr nach Esfahan, Shiraz und Yazd fahren. Dort gibt es viel zu besichtigen, aber der Tourismus ist dort oftmals mit seinen touristischen Preisen bereits eingekehrt. Auch wenn ihr euer Visum verlängern wollt, geht das am einfachsten in Esfahan und Shiraz.

Ansonsten seid einfach offen und genießt das Land mit seine seinen wunderbaren Leuten und Landschaften! Es ist eine (Rad-)Reise mehr als wert!

 

Falls du noch Fragen hast, kannst du mir gerne einen Kommentar da lassen!  Weitere Tipps und Tricks zum Thema Radtouren und Radreisen findest du hier!

2 Comments on “11 Tipps für Radtouren im Iran

  1. war sehr begeistert von dein film.habe richtig genossen.wie hast du die reise geplant?welche hilfsmittel hast du gehabt? möchte gerne auch so eine reise nur bis nach iran machen. welche tips gibs du mir.danke vorraus
    abdolah sedigh

    • Hallo Abdolah,

      ich fange jetzt wieder an Videos für meinen Kanal zu produzieren, da werden Tipps dabei sein.

      Schöne Grüße
      Samuel

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