Serpentinen nach Kathmandu

Nach meiner Pause bin ich dann endlich wieder topfit. Und das muss ich auch sein, denn das letzte Stück in Nepal von Pokhara nach Kathmandu wird mich hinsichtlich Höhenmeter nicht schonen. So führt mich mein Start erst einmal aus Pokhara und dann rein ins Grün. Alsbald ich die Stadt verlasse wachsen überall Bäume, Palmen, Gräser und Reisfelder in einem schönen, satten Grün. Das ist nach der eher trockenen nepalesischen Ebene fast ungewohnt und mich erinnert es fast schon an meine Heimat.

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Tief im landschaftlichen Genuss versunken, rollt es sich schnell dahin und auch die Hügel scheinen mich nicht allzu sehr auszubremsen.

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Erst um die Mittagszeit erreiche ich eine Steigung, die einfach nicht enden will. Ich fahre um Kurve und Kurve und stets schlängelt sich die Straße nochmal weiter an der Seite eines Hanges hoch. Die Hitze macht mir zudem zu schaffen und so gelange ich erst nach einer Ewigkeit zum höchsten Punkt.

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Der Anstrengung Lohn war es aber allemal wert. Den restlichen Tag geht es bergab, an der Seite eines herrlich schönen Flusses.

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Am Abend erreiche ich ein kleines Städtchen. Die Tagesbilanz: 80 km. Nicht schlecht für die vielen Hügel.

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Allerdings fallen mir bei einem Blick auf die Karte fast die Augen aus. Ich bin wieder auf unter 300 Metern! Pokhara lag auf 800 und Kathmandu auf 1400! Das muss ich alles wieder hoch!

Zum Abendessen habe ich ein Thali, das ist Reis mit Dall und Gemüse. Dabei bekommt man von allem immer so viel, wie man Hunger hat. Die arme Frau, die mich bedient muss mir ganze drei Mal nachholen und kann gar nicht glauben, dass ich vier gehäufte Teller esse. Nach dem Radeln ist mein Hunger stets groß.

Der nächste Morgen steht dem gestrigen an nichts nach. Heute geht es durch eine wunderschöne Schlucht über einem Fluss entlang.

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Immer wieder sieht man die typischen Reisfelder in den Hängen über dem Fluss.

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Da ich gestern Nudeln zum Mittagessen hatte und danach die Energie mehr in den Magen als in die Beine gegangen ist, decke ich mich heute ausreichend mit Bananen ein. Eine kleine, aber stetige Nahrungsaufnahme kommt während dem Radeln meist viel besser.

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Und Wassermelonen sind als Snack ungeschlagen.

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Ein paar buddhistische Gebetsflaggen über ärmlichen Hütten.

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Der Tag verläuft ähnlich wie der gestrige. Es geht stets rauf und runter, auch wenn die Hügel immer mehr und steiler werden. Erst gegen Ende des Tages, ca. 45 km vor Kathmandu treffe ich auf die letzte Steigung, die mich nicht mehr bergab führen wird.

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Da meine Beine allerdings schon zermürbt durch die vielen Hügel sind, beende ich nach 10 km den Tag und checke um 16:00 in ein kleines Guesthouse ein.

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So bleiben mir 35 km für den letzten Tag. Klingt erstmal nicht nach viel, jedoch führt mich der Weg von 600 Höhenmeter auf 1400 Höhenmeter. Davor habe ich etwas Respekt.

Und so geht es von Anfang an stetig bergauf.

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Je näher ich Kathmandu komme, desto dichter wird auch der Verkehr.

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Das lustige: manche LKWs sind so stark beladen, dass sie nur im Schneckentempo den Berg hochkrieche und dadurch entsteht eine lange Schlange. Es macht einen Heidenspaß dann an allen auf dem Seitenstreifen vorbei zu ziehen und in die verdutzen Gesichter zu blicken, die es nicht glauben können, von einem Radler überholt zu werden.

Nach einer Zeit geht die Straße dann in Serpentinen den Berg hoch. So sieht man weiter oben am Hang allerlei Fahrzeuge und denkt sich, DA soll ich mal hochkommen??

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Und gelangt man dann dort an und sieht zurück, glaubt man fast selbst nicht, wie hoch man gekommen ist.

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Das Beste ist dieser Bus: trotz tiefem Abgrund sitzen mehrere furchtlose Nepalesen auf dem Dach.

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Ein weniger schönes Bild ist dieses. Das Schwarze ist ein kleiner, abgemagerter, alter Mann, der im Müll zwischen leeren Flaschen sitzt. Vor sich hat er ein kleines Feuerchen, aber nicht einmal etwas zu essen, das er braten könnte. Als er mich anschaut ist sein Blick leer und traurig.

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Die letzten Kilometer bis zum Sattel fahre ich dann in Schlange mit LKWs und Busen. Auf dem Weg nach oben sind mehrere LKWs liegen geblieben und so entstehen ein paar Staus.

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Endlich oben!

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Danach geht es noch sieben Kilometer bis nach Kathmandu. Die Stadt selbst finde ich ehrlich gesagt furchtbar. Dreckig, staubig und viel Verkehr.

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Von Kathmandu wird es mit dem Flieger nach Bangkok gehen. Was ich dann dort machen werde, steht aber noch nicht genau fest.

8 Comments on “Serpentinen nach Kathmandu

  1. Hi Samuel,
    gebannt verfolge ich Deine Reise durch Asien. Mein ganz großer Respekt!!
    Grüße Bangkok von mir! Wenn Du vielleicht ein paar Tippe brauchst, melde Dich.
    Viele herzliche Grüße aus dem Allgäu,
    Michael Gschnaidner

    • Hallo Herr Gschnaidner,

      ein paar Tipps wären toll, ich melde mich bei ihnen via E-Mail.

      Viele Grüße

      Samuel

  2. Du bist so lustig, Samuel:-) ,

    gerade bei dieser anstrengenden „Bergetappe“ filmst du dich ständig beim Hoch- und sogar Bergabfahren. Möchte nicht wissen, wieviele zusätzlichen Höhenmeter und Kilometer das waren…
    Für „uns“ am PC- sitzende Zuschauer ist es natürlich toll, dich die Steigung hochkämpfen zu sehen!

    Liebe Grüße
    Marion

    • Das Filmen motiviert auch, dann gleicht es sich wieder aus. 🙂

      LG Samuel

  3. Wie geht’s dir im Moment hört man nichts von dir!? Ich hoffe dir geht’s gut und du kannst die Zeit in Thailand genießen. Ich hoffe man sieht bald wieder das ein oder andere Video von dir.
    Liebe Grüße aus Südhessen
    Robert

    • Mir geht es bestens, war jetzt eineinhalb Monate in Thailand, mal eine Pause einlegen. In ein paar Tagen geht es weiter Richtung Kambodscha und Vietnam, dann gibt es auch bald wieder Videos.

      LG Samuel

  4. Hallo

    Respekt sowas durchzustehen
    Mental & Körperlich

    Hoffe man sieht wieder was von Dir
    🙂

    Alles Gute

    • Danke! Ab heute gibt es wieder Blog- und Videoeinträge. 🙂

      Liebe Grüße

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